

Endlich war der Tag gekommen. Maria Himmelfahrt. Aufgeregt, voller Freude und Siegessicher aufgewacht. Das Renn-Outfit, das alle anderen in den Schatten stellen soll schon auf dem Stuhl neben dem Bett bereit gelegt. Das persönliche Boxenluder noch schnell präpariert bzw. aufgebügelt und nach der "Zigarette danach" und einem weichen befriedigenden Schiss (Minimum 300g) die Maschine auf den Trailer gezurrt und mit einem beruhigenden AC/DC-Song auf den Lippen zur Rennstrecke gefahren.
Was einen dort erwartet hat, übertraf alle Vorstellungen. Es gab das perfekte kleine Rennzelt mit hübsch dekorierten Biergarnituren. Das Spanferkel drehte bereits die ersten Runden auf den Grill, ein riesiger Kühlwagen hielt sämtliche flüssige Nahrung bereit und die immer unschuldig wirkenden Gattinnen und Mütter impregmierten mit prall gefüllten Miederhemden und ziemlich kurzen Röckchen, was dem Sieg ihrer Männer nicht gerade zuträglich war. Das Wort "Boxenluder" wurde ganz neu definiert. Die Rennstrecke war bereits abgesteckt, und hatte alle Raffinessen, von der Spitzkehre über Highspeedgerade bis zur Sprungschanze.

Was allerdings für ALLE Beteiligten eine Überraschung war, fast halb Egling hat sich in der Wolfsgrube eingefunden. 80 Jährige Männer, die sich nach Kontrolle des Ladezustands ihrer Herzschrittmacher der Ausschnitte erfreuten und mit einem Weißbier im Schatten saßen. Kinder jeden alters, die im bereitgestellten Kinderpool planschten. Jeder zweite hatte einen Camcorder oder eine Kamera um den Hals hängen. Die Sau war doch nur für 50 Leute berechnet!!!
Die Recherche ergab: der Flyer war zu professionell aufgezogen und hatte sich in den Clubraum der Eglinger Landjugend verirrt und das Dorfgetratsche tat den Rest. Aber geschissen drauf, Jesus hat damals auch mit zwei Fischen und nem Laib Brot ne riesen Party geschmissen.

Der Startschuss fiel mit 2 Stunden Verspätung um ca. 17:00 Uhr. Einige der Renngeräte und Rennfahrer mussten nämlich noch vor Ort fahrbereit gemacht werden, vielen bereitet das Betankungsverhältnis von 1:5 Benzin/Alkohol etwas Probleme. Viel improvisiert wurde hier mit Duct Tape, Trichter, Bier und Forsthäusler. Als dann auch endlich Smeilis Garelli auf allen Zylindern lief konnte nach Art "Le Mans" gestartet werden.
Bayerwald Express vom Team Forsthäusler hat auf den ersten Kick gezündet, aber bereits der erste Sturz nach nur 100 Metern und schließlich das AUS durch Gabelbruch an besagter Sprungschanze und das alles in der ersten Runde (siehe Video rechts).
Im Laufe des Rennens fielen weitere Favoriten durch Überholmanöver durch den See, Getriebeschaden, "Kettenhupfer" oder Streik des Fahrers wegen akuter Biernot bzw. Resignation aus.
Trotzdem schafften es ein paar prügelharte Rennluder und einige Jungs eine Stunde lang über den anspruchsvollen Parcours ins Ziel zu reiten. Wer hier dachte das war hart, wurde auf der anschließenden Siegesfeier eines besseren belehrt!!! Hier wurde nochmals alles von Mensch und Maschine gefordert.
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